Prüfen Sie selbst den Abfluss mit einfachen Werkzeugen

Prüfen Sie selbst den Abfluss mit einfachen Werkzeugen

Ein funktionierendes Abwassersystem ist etwas, worüber man im Alltag kaum nachdenkt – bis es Probleme gibt. Langsam ablaufendes Wasser, unangenehme Gerüche oder feuchte Wände im Keller können Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Zum Glück können Sie vieles selbst überprüfen, bevor Sie einen Fachbetrieb rufen. Mit wenigen, einfachen Werkzeugen lässt sich der Zustand Ihrer Abflüsse und Schächte gut einschätzen – und größere Schäden lassen sich oft vermeiden.
Beginnen Sie mit sichtbaren Hinweisen
Bevor Sie Werkzeug und Handschuhe bereitlegen, lohnt sich ein Rundgang ums Haus. Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Wasseransammlungen rund um Schächte oder Gullys nach Regen – das kann auf eine Verstopfung hindeuten.
- Feuchte Stellen oder Verfärbungen an Kellerwänden – mögliches Zeichen für undichte Leitungen.
- Unangenehme Gerüche aus Bodenabläufen oder Schächten – oft verursacht durch stehendes Wasser oder defekte Geruchsverschlüsse.
Diese Beobachtungen geben Ihnen erste Hinweise, wo Sie genauer hinschauen sollten.
Die wichtigsten Werkzeuge für eine einfache Kontrolle
Sie brauchen keine teure Ausrüstung, um Ihr Abwassersystem zu prüfen. Einige einfache Hilfsmittel reichen aus:
- Taschenlampe – um in Schächte und Abflüsse hineinzusehen.
- Messstab oder Zollstock – um den Wasserstand in Kontrollschächten zu prüfen. Das Wasser sollte in der Regel unterhalb des Auslaufrohrs stehen.
- Eimer und Gummihandschuhe – zum Entfernen von Laub, Schlamm und Schmutz aus Rosten und Sandfängen.
- Gartenschlauch – um Abflüsse durchzuspülen und zu prüfen, ob das Wasser frei abläuft.
Wenn Sie es genauer wissen möchten, können Sie in vielen Baumärkten ein Inspektionskamera-Set ausleihen. Damit lassen sich Risse, Wurzeleinwuchs oder Ablagerungen in den Rohren erkennen.
So prüfen Sie Schächte und Abflüsse
Die meisten Einfamilienhäuser verfügen über mehrere Schächte – etwa einen Sandfangschacht, einen Revisionsschacht und einen Regenwasserschacht. Heben Sie die Deckel vorsichtig an (z. B. mit einem Schraubendreher oder Schachtöffner) und werfen Sie einen Blick hinein.
- Sandfangschacht: Hier sammeln sich Sand und Schmutz aus Regenwasserleitungen. Liegt mehr als etwa 10 cm Schlamm am Boden, sollte der Schacht gereinigt werden.
- Revisionsschacht: Er dient der Kontrolle der Abwasserrohre. Das Wasser sollte klar und ruhig stehen. Wenn es hoch ansteht oder Blasen wirft, kann eine Verstopfung weiter unten vorliegen.
- Regenwasserschacht: Achten Sie darauf, dass keine Blätter oder Äste den Ablauf blockieren.
Lassen Sie anschließend im Haus Wasser in Waschbecken oder Bodenabläufen laufen und beobachten Sie, ob es in den Schächten normal abfließt. Steigt der Wasserstand, ist wahrscheinlich eine Verstopfung vorhanden.
Vergessen Sie Dachrinnen und Fallrohre nicht
Viele Abflussprobleme beginnen oberhalb des Bodens. Verstopfte Dachrinnen oder Fallrohre führen dazu, dass Regenwasser an der Hauswand herunterläuft, statt in die Kanalisation zu gelangen.
Reinigen Sie Dachrinnen mindestens einmal im Jahr – am besten im Herbst, wenn die Blätter gefallen sind. Entfernen Sie Schmutz mit einer kleinen Schaufel oder Handschuhen und spülen Sie mit dem Gartenschlauch nach. Achten Sie darauf, dass das Fallrohr dicht mit dem Abwasserrohr verbunden ist und das Wasser vom Haus weggeleitet wird.
Wann Sie einen Fachbetrieb einschalten sollten
Auch wenn Sie vieles selbst prüfen können, gibt es Situationen, in denen professionelle Hilfe notwendig ist. Wenden Sie sich an einen zertifizierten Abwasser- oder Rohrreinigungsbetrieb, wenn Sie Folgendes feststellen:
- Wiederkehrende Verstopfungen trotz Reinigung.
- Wasser, das aus Bodenabläufen zurückdrückt.
- Verdacht auf Ratten im Abwassersystem.
- Sichtbare Risse oder Verschiebungen in den Rohren (z. B. bei Kamerainspektion).
Ein Fachbetrieb kann eine TV-Inspektion, Dichtheitsprüfung oder Druckprobe durchführen und Ihnen genau sagen, welche Maßnahmen erforderlich sind.
Regelmäßige Wartung beugt Problemen vor
Ein jährlicher Check Ihrer Abflüsse und Schächte spart Zeit, Geld und Ärger. Entfernen Sie regelmäßig Laub und Schlamm, spülen Sie Abflüsse durch und achten Sie auf Feuchtigkeit oder Gerüche. Notieren Sie, wann Sie zuletzt gereinigt haben – so behalten Sie den Überblick.
Mit etwas Aufmerksamkeit und wenigen Handgriffen sorgen Sie dafür, dass Ihr Abwassersystem zuverlässig funktioniert – und vermeiden unangenehme Überraschungen im Keller oder Garten.











